Die Schatztruhe von Dečani
Unter den Sammlungen der Schatztruhe von Dečani hat die Ikonensammlung den größten Wert. Diese hat eine mehrfache Bedeutung: vor allem wegen der Anzahl der Gemälde (insgesamt 90), dann aber auch wegen deren Alter: an selten einem Ort sind so viele alte Ikonen erhalten geblieben. Darunter befinden sich Ikonen aus der Zeit der Gründung des Klosters bis hin zu solchen aus dem späten Mittelalter d.h. bis Ende des 17. Jahrhunderts. Das dritte Merkmal liegt in dem Umstand, dass es sich dabei größtenteils um Ikonen handelt, die für Dečani bestimmt waren, sei es für die Ikonostasen, für den Kronleuchter, sei es als Ikonen, die den Besuchern an bestimmten Feiertagen zum Gebet und heiligen Kuss vorgelegt werden. Und einer der größten Werte der Sammlung von Dečani liegt, letzten Endes, in der künstlerischen Qualität der Ikonen; die meisten vor dem 18. Jahrhundert entstandenen Stücke weisen außerordentliche künstlerische Qualitäten, in einigen Fällen, gemessen an der serbischen oder gar an der byzantinischen Malerei, sogar Spitzenqualitäten auf.
In Dečani existiert eine reiche Sammlung von etwa 160 handgeschriebenen und 17 alten gedruckten Büchern. Die meisten davon sind ihrem Inhalt und Zweck nach für Gottesdienste bestimmt – die vier Evangelien, Apostelbücher, Messebücher, Menäone und Stundenbücher. Hinzu kommen noch die Liturgiewerke der Kirchenväter, Verse, Prologe oder Handschriften, die mit dem Klosterleben verbunden sind.
Eine der größten und wertvollsten Sammlungen in der Schatztruhe von Dečani bilden die Gegenstände aus Edelmetallen und anderen Metallen. Die Arthos- Panagia aus dem Horn eines Nashorns, mit Silber beschlagen, gehörte ohne jeden Zweifel zur ursprünglichen Schatzsammlung. Dasselbe gilt auch für die Bleiampullen, die im Reliquiar des Hl. Stefan von Dečani gefunden wurden. Der große Bronzekronleuchter (Choros) und ein Kerzenständer stammen ebenfalls aus der Zeit der Gründung des Klosters. Von den zahlreichen anderen wertvollen Gegenständen, die in den Stifterchartas aufgezählt sind, ist kein einziger erhalten geblieben, und daher datiert der bedeutendste Teil der Sammlung aus der Zeitspanne vom 16. bis zum 19. Jahrhundert.
Dank des Umstands, dass Visoki Dečani niemals verlassen wurde, dass die Kirche in Dečani niemals brannte oder deren Dach abgetragen wurde, was so gut wie bei fast allen größeren serbischen Klöstern der Fall war, blieb hier die größte Sammlung von Holzgegenständen erhalten. Diese datieren aus der Zeitspanne vom 14. bis zum 17. Jahrhundert und umfassen Holzschnitte, Intarsien oder einfach aus Holz geschnitzte Gegenstände.






















