Die Kirche Christi Himmelfahrt

Wenn der Besucher von Dečani dieses Gebäude betritt, trifft er ein komplexes Kunstwerk an, das sich aus dem Zusammenspiel seiner Architektur, den Skulpturen, seiner Wandmalerei und Ikonographie ergibt. Durch Zusammenführung von romantischen, gotischen und byzantinischen Erfahrungen im Bauwesen schufen die geschickten Meister aus Kotor ein originales Werk, sowohl im Plan als auch in der Konstruktion und Dekoration. Die Konzilkirche von Dečani enthält den prunkvollsten und reichsten Plastikdekor in der mittelalterlichen serbischen Kunst, aber auch die größte mittelalterliche Freskensammlung.

Durch die Kraft und Höhe des Gebäudes und die Schönheit der Fassade und des Dekors ruft die Kirche von Dečani bei jedem Beobachter Bewunderung hervor. Daher stammt das Attribut „Visoki“ in seinem Namenszusatz (populär: Visoki Dečani), was im Serbischen so viel wie „hoch“ bedeutet. Zunächst begeistert das eigenartige Architekturensemble der Kirche, die von innen als fünfschiffige Kuppelbasilika ausgeführt ist. Die äußersten Schiffe sind kürzer, und an

der östlichen Seite enden sie alle in verschieden großen Apsiden. Der Eindruck der feierlichen Architektur wird in großem Maße durch das wertvolle Baumaterial verstärkt – zweifarbiger geschliffener und polierter Stein, in dem die Kirche tadellos ausgeführt wurde. Die edle Mehrfarbigkeit der Fassade wurde durch die Ablösung von Schichten zweier Arten von Marmorstein bewirkt: hellgelber Onyx aus Peć und rötlich-pinkfarbener BrecciaStein aus Dečani.

Die Dečani-Kirche ist über 36 Meter Lang, 24 Meter breit, und die Höhe ihrer Kuppel beträgt 29 Meter. Im liturgischen Sinne ist die Kirche in einen Altarraum, den Naos und den Narthex des Sanktuariums unterteilt: Der Naos nimmt die drei mittleren Schiffe des Längsteils der Kirche ein. Die Kapellen sind durch hohe Brüstungsplatten vom Naos abgetrennt. Die südliche ist dem Heiligen Nikolai, die nördliche dem Heiligen Demetrius gewidmet.

Komplexität der Architektur
Die Dächer des Dečan-Tempels

Der Hauptteil der Kirche – der Naos – ist am breitesten und erreicht die größte Höhe: im Vergleich zu diesem sind der Altarraum und der Narthex niedriger. Auf diese Weise wird die Harmonie durch stufenartiges Modellieren von Massen und eine schrittweise Anordnung der immer höher werdenden Dächer hin zum mittleren Teil des Gebäudes erreicht, welches mit einer hohen Kuppel ihren krönenden Abschluss findet.

Die Plastikdekoration der Kirche von Dečani ist umfangreich und verschiedenartig – neben einer Fülle von Hochreliefs stehen auch Kompositionen im Tiefrelief und Skulpturen. Phantasievoll, doch mit viel Maß gemeißelt, begegnen sich die Skulpturdekorationen in Gestalt von ungewöhnlichen Menschen- und Tierfiguren, Phantasiegestalten und Pflanzenmotiven im Blendarkadenfries auf hunderten von Konsolen unterhalb des Dachgesimses.

Die mittleren Kirchenschiffe sind mit Satteldächern ausgestattet, und über den seitlichen Schiffen sind einhängige Dächer angebracht. Das Gebäude ist von Beginn an mit Bleiplatten abgedeckt. Mit dekorativer Plastik an den Gesimsen sind auch sämtliche Fassaden der Konzilkirche belebt.

Bei den großen geschlossenen Fassadenflächen liegt der Schwerpunkt auf der Architektonik der Portale und Fenster, die zugleich auch die Schnittstellen der Skulpturdekorationen bilden. Neben einer Fülle von Reliefs, welche die Kirche in Dečani zieren, fallen vor allem zwei Drillingsfenster – sogenannte Triforen – auf, eines an der westlichen Fassade und eines an der Altarapsis. An beiden befinden sich mit Skulpturen dekorierte Fensterbänke, Innenrahmen der Fenster und Tympanons, aber dort befinden sich auch Skulpturen als volle Plastik in Höhe der Kapitelle am Außenrahmen.

Im Tympanon der Altartrifore sind aufgeblühte Ranken dargestellt, in denen sich Figuren von Basilisken zur Rechten und eines einen Menschen verschlingenden Drachen zur Linken Seite befinden, und im Tympanon der westlichen Trifore befindet sich die Darstellung des Heiligen Georg, der den Drachen tötet. Die Steindekoration hat sowohl an den inneren als auch an den äußeren Teilen des üppigen Gebäudes in Dečani nicht nur eine architektonische oder nur eine dekorative Funktion, sondern sie unterstreicht symbolisch auch immer wieder den Grundgedanken des Erbauers: Die Lobpreisung des Ruhmes Gottes.

An ca. zwanzig zweiteiligen Fenstern sind die Tympanons und Kapitelle mit Blumen- oder Figurmotiven dekoriert.

Die Portale der Kirche sind am reichsten geschmückt. Im Tympanon des Südportals ist die Taufe Christi eingemeißelt. Hinter Christus und dem Heiligen Johannes ist von beiden Seiten jeweils ein dreiteiliges Blatt mit weichen Spitzen komponiert, und zu ihren Füßen liegt der Fluss Jordan in Wellen.

Blick auf den Tempel von Südosten

Heute bildet das Nordportal den am häufigsten genutzten Eingang in die Kirche. Dieser Eingang ist an seinen Zargen, dem Türsturz und an den Bögen üppiger mit Skulpturen bearbeitet. Im Tympanon befindet sich jedoch keine Figurendarstellung sondern ein Ankerkreuz.

Die Hauptszene befindet sich über dem westlichen Eingang. Darauf ist Jesus auf dem Thron zwischen zwei Engeln dargestellt, und unterhalb des Throns befinden sich die Figuren zweier Löwen. Zu beiden Seiten des Tympanons sind vorstehende Platten angebracht, auf denen Figuren von Löwen und Greifen abgebildet sind.

Westliches Portal
Westliche Trifora